Navigationale Suchintention
Definition: Die navigationale Suchintention (Navigational Search Intent) liegt vor, wenn ein Nutzer eine bestimmte Website, eine spezifische Unterseite oder einen bekannten Online-Dienst finden möchte und dafür die Suchmaschine als Navigationsmittel nutzt – statt die URL direkt einzugeben. Typische Beispiele: „LinkedIn Login", „Google Analytics", „IKEA Katalog", „Zalando Retoure".
Erläuterung
Navigationale Suchanfragen sind die einfachste Kategorie für Suchmaschinen zu interpretieren: Der Nutzer weiss bereits, wohin er will. Google zeigt bei diesen Suchanfragen fast immer die gesuchte Website auf Position 1 – mit Sitelinks, Knowledge Panel und anderen Brand-SERP-Features. Für Dritte ist es praktisch unmöglich, für die Brand-Keywords einer etablierten Marke zu ranken (und es wäre auch wenig sinnvoll).
Erkennungsmerkmale navigationaler Suchanfragen
- Enthält einen Markennamen oder Website-Namen: „Amazon", „Netflix Abo", „SBB Fahrplan"
- Suche nach spezifischen Unterseiten: „Facebook Einstellungen Datenschutz", „Gmail Kontakte importieren"
- Login-Suchen: „Mein IKEA Konto einloggen", „PayPal Anmeldung"
- Suche nach bekannten Tools: „Google Keyword Planner", „Ahrefs kostenlos"
SEO-Relevanz navigationaler Suchanfragen
- Eigene Brand-Keywords dominieren: Die eigene Website sollte für den eigenen Markennamen immer auf Position 1 ranken – mit Sitelinks für wichtige Unterseiten
- Knowledge Panel beanspruchen: Einen Google-Eintrag über das eigene Unternehmen gibt es via Google Business Profile und strukturierten Daten auf der eigenen Website
- Negative Brand-SERPs vermeiden: Bewertungsseiten, kritische Presse oder Konkurrenten auf den Brand-Keywords der eigenen Marke schaden der CTR
- Brand-Bidding überwachen: Wettbewerber können auf die eigenen Brand-Keywords Google Ads schalten – das sollte durch eigene Brand-Kampagnen neutralisiert werden
Brand-SERP optimieren
- Sitelinks fördern: Klare Website-Struktur und interne Verlinkung der wichtigsten Seiten helfen Google, relevante Sitelinks zu generieren
- Structured Data auf der Homepage: Organisation-Schema mit Firmennamen, Logo, Social Media-Profilen stärkt das Knowledge Panel
- Wikipedia-Eintrag: Etablierte Marken profitieren von einem neutralen Wikipedia-Eintrag – stärkt Knowledge Panel und Vertrauen
- Social Media Profile: Vollständige, aktive Profile auf LinkedIn, Facebook, Instagram erscheinen häufig in der Brand-SERP und verdrängen negative Ergebnisse
Navigationale Keywords als Umsatz-Indikator
Die Anzahl navigationaler Suchanfragen nach dem eigenen Markennamen ist ein gutes Indiz für Markenbekanntheit und Markenstärke. Steigende Brand-Suchanfragen über die Zeit zeigen, dass Marketingmassnahmen die Marke bekannter machen. Gleichzeitig hat Google bestätigt, dass Brand-Suchen ein positives Qualitätssignal sind.