Marketing Glossar

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Follower

Definition: Follower sind Social-Media-Nutzer, die einen Account abonniert haben und dadurch dessen Beiträge regelmäßig im eigenen Feed oder in der Story-Übersicht angezeigt bekommen. Die Bezeichnung variiert je nach Plattform: auf Instagram, TikTok und X/Twitter heißen sie Follower, auf Facebook-Seiten spricht man von Fans, auf LinkedIn von Connections und Followern. Die Follower-Anzahl ist eine der am häufigsten betrachteten Metriken auf Social Media und gilt als Indikator für Reichweite und Popularität eines Accounts. Sie ist jedoch kein zuverlässiger alleiniger Indikator für Marketingerfolg: Entscheidender sind die Qualität der Follower (Übereinstimmung mit der Zielgruppe), deren Aktivitätsgrad (Engagement-Rate) und ihre tatsächliche Kaufbereitschaft. Ein Account mit 5.000 hochrelevanten, aktiven Followern aus der exakten Zielgruppe kann für ein Unternehmen wertvoller sein als ein Account mit 500.000 Followern, deren Interesse an der Marke gering ist. Das Streben nach möglichst hohen Followerzahlen ohne Rücksicht auf Zielgruppenpassung – etwa durch Gewinnspiele mit allgemeinen Preisen oder Follower-Kaufpraktiken – führt regelmäßig zu einer aufgeblähten, aber kommerziell wertlosen Community.

Erläuterung

Die Bedeutung von Followern liegt in ihrer Funktion als vorkonditionierte Zielgruppe: Menschen, die einem Account folgen, haben bereits freiwillig Interesse an dem signalisiert, was dieser Account veröffentlicht. Sie sind damit eine der wertvollsten Audiences im Social-Media-Marketing – eine warme Zielgruppe, die keine teure Awareness-Phase mehr erfordert. In der bezahlten Werbung können Follower als Custom Audience für spezifische Retargeting-Anzeigen genutzt werden, was typischerweise geringere CPAs als bei kalten Prospecting-Zielgruppen erzielt.

Organisches Followerwachstum entsteht durch konsistenten, qualitativ hochwertigen Content, der die Zielgruppe anzieht, informiert oder unterhält. Hashtag-Strategien, plattformkonforme Formate (Reels auf Instagram, Shorts auf YouTube), Kooperationen mit anderen Accounts, Interaktionen in der Community und Cross-Promotion auf anderen Kanälen sind bewährte Wachstumstreiber. Follower aus Gewinnspielen mit nicht-produktrelevanten Preisen oder aus Follower-Kaufpraktiken haben statistisch sehr geringe Engagement-Raten, schädigen die algorithmische Performance des Accounts und verstoßen gegen die Nutzungsbedingungen der meisten Plattformen.

Die Engagement-Rate – definiert als (Likes + Kommentare + Shares + Saves) geteilt durch die Follower-Anzahl in Prozent – ist ein weit zuverlässigerer Qualitätsindikator als die bloße Followerzahl. Branchendurchschnittliche Engagement-Raten liegen je nach Plattform und Kategorie bei Instagram bei etwa 1 bis 5 Prozent; TikTok-Accounts erzielen oft höhere Raten. Demografische Analysen der Followerschaft (Alter, Geschlecht, Herkunft, Sprache) in den Plattform-Analytics helfen zu prüfen, ob die eigene Content-Strategie die angestrebte Zielgruppe tatsächlich erreicht.

Follower-Qualität und Wachstumsstrategien

Follower als Marketing-Ressource

Praxistipp: Fokussieren Sie auf organisches Follower-Wachstum durch qualitativ hochwertigen Content, der Ihre ideale Zielgruppe anzieht, und widerstehen Sie der Versuchung, Follower-Zahlen durch irrelevante Gewinnspiele oder Kaufpraktiken künstlich aufzublähen. Analysieren Sie monatlich die Demografien Ihrer Follower in den Plattform-Insights und prüfen Sie, ob Alter, Geschlecht, Herkunft und Interessen Ihrer Followerschaft mit Ihrer definierten Zielgruppe übereinstimmen. Falls nicht, justieren Sie Ihre Content-Strategie. Denken Sie daran: 1.000 engagierte Follower aus Ihrer Kernzielgruppe, die Ihre Produkte kaufen und Ihre Inhalte teilen, sind für Ihr Business wertvoller als 100.000 inaktive Follower mit einer Engagement-Rate von unter 0,1 Prozent.