Contextual Inquiry
Contextual Inquiry (kontextuelle Befragung) ist eine qualitative Forschungsmethode, bei der der Forscher Nutzer in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet und befragt, während diese ihre regulären Aufgaben ausführen. Sie kombiniert Beobachtung und Interview in einem und liefert besonders authentische Erkenntnisse, da Nutzer ihr tatseachliches Verhalten zeigen statt es nur zu beschreiben. Die Methode wurde von Karen Holtzblatt und Hugh Beyer entwickelt.
Erläuterung
Der Forscher nimmt dabei die Rolle eines Lehrlings ein, der vom Nutzer (dem Meister) lernt, wie Aufgaben in der Praxis erledigt werden. Dies ermöglicht es, unbewusste Verhaltensweisen, Workarounds und Probleme zu entdecken, die in klassischen Interviews niemals erwähnt werden würden. Contextual Inquiry eignet sich besonders gut in der frühen Forschungsphase, wenn ein tiefes Verständnis des Nutzungskontexts und der Arbeitsabläufe aufgebaut werden soll. Die Herausforderung liegt darin, gleichzeitig zu beobachten, Fragen zu stellen und Notizen zu machen - weshalb oft zwei Forscher eingesetzt werden. Die gesammelten Daten werden anschließend in einem Affinity Diagram organisiert und in Erkenntnisse über Nutzerziele, Abläufe und Herausforderungen verdichtet.