Marketing Glossar

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Augmented Reality (AR) Video

Definition: Augmented Reality (AR) Video bezeichnet Videoinhalte oder interaktive Erlebnisse, bei denen computergenerierte digitale Elemente – darunter dreidimensionale Objekte, animierte Grafiken, Produktvisualisierungen, Informationsebenen oder spielerische Effekte – in Echtzeit in das Live-Kamerabild eines Nutzers eingeblendet werden. Der Begriff "Augmented Reality" (augmentiert = erweitert) grenzt sich bewusst von "Virtual Reality" (VR) ab: Während VR die gesamte Wahrnehmungsumgebung durch eine künstliche ersetzt, ergänzt AR die reale Umgebung lediglich um digitale Schichten, die auf der Kameraansicht des Geräts überlagert werden. Im Marketingkontext ist AR besonders für drei Anwendungsfelder relevant: Erstens für Social-Media-Filter und Lenses auf Plattformen wie Instagram, Snapchat und TikTok, die Nutzern spielerische oder markenbezogene Erlebnisse bieten und zu User-Generated Content animieren. Zweitens für Try-before-you-buy-Anwendungen im E-Commerce, die Nutzern ermöglichen, Produkte wie Brillen, Möbel, Uhren oder Kosmetikartikel virtuell in ihrer eigenen Umgebung oder an sich selbst zu erleben. Drittens für ortsbasierte AR-Marketingkampagnen, bei denen reale Orte oder Printmaterialien durch digitale Inhalte angereichert werden, wenn die Kamera eines Smartphones auf sie gerichtet wird. Die Besonderheit von AR-Marketing liegt in der aktiven Nutzereinbindung: Anders als passive Videoformate erfordert AR die Interaktion des Nutzers, was zu deutlich tieferem Engagement und stärkerer Markenerinnerung führt.

Erläuterung

Die technische Grundlage von AR-Anwendungen bilden Computer-Vision-Algorithmen, die das Kamerabild in Echtzeit analysieren und digitale Elemente präzise an realen Flächen, Gesichtern oder Objekten verankern (sogenanntes Tracking). Für Gesichts-AR wie Social-Media-Filter kommt Face-Tracking zum Einsatz, das Gesichtskonturen und -punkte erkennt und digitale Elemente korrekt auf Nase, Augen oder Stirn positioniert. Für Produkt-Placement-AR wie die IKEA-Möbelvisualisierung wird Surface-Tracking genutzt, das horizontale und vertikale Flächen in der Umgebung erkennt. Die wichtigsten Entwicklungsframeworks sind Apple ARKit (iOS) und Google ARCore (Android), die diese Tracking-Technologien als Basis für App-Entwickler bereitstellen.

Im Social-Media-Marketing hat AR durch Snapchat-Lenses und Instagram-Filter eine Massenverbreitung erfahren. Marken können auf diesen Plattformen kostenfrei eigene AR-Filter und Lenses erstellen – über Snap Lens Studio und Metas Spark AR Platform – und diese für alle Nutzer zugänglich machen. Wenn Nutzer diese Filter in ihren Stories und Reels einsetzen, entsteht authentischer User-Generated Content, der die Marke organisch in sozialen Netzwerken verbreitet. Besonders beim Launch neuer Produkte oder für saisonale Kampagnen kann ein viraler AR-Filter eine Reichweite erzeugen, die bezahlte Werbung kaum zu den gleichen Kosten erreichen würde.

Einsatzbereiche von AR im Marketing

Technische Plattformen und Entwicklungstools

Praxistipp: Starten Sie mit einem Marken-AR-Filter für Instagram oder TikTok, der spielerisch mit Ihrem Produkt verbunden ist – über Spark AR Studio oder Snap Lens Studio ist dies auch ohne große technische Vorkenntnisse realisierbar. Bewerben Sie den Filter aktiv in Ihren regulären Posts und ermutigen Sie Follower zur Nutzung mit einem gebrandeten Hashtag, um organischen User-Generated Content zu generieren. Für E-Commerce mit physischen Produkten lohnt sich eine Investition in eine Try-on- oder AR-Placement-Funktion besonders bei hochpreisigen Artikeln, bei denen Kaufhemmungen durch fehlendes physisches Erleben entstehen.