Marketing Glossar

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Branded Entertainment

Definition: Branded Entertainment bezeichnet Unterhaltungsinhalte – darunter Videoserienformate, Kurzfilme, Dokumentationen, Podcasts, Webshows, interaktive Erlebnisse oder Spielkompositionen – die von einer Marke produziert, ko-produziert oder finanziert werden und gleichzeitig einen eigenständigen, genuinen Unterhaltungs- oder Informationswert bieten, der über werbliche Produktkommunikation hinausgeht. Das Wesensmerkmal von Branded Entertainment ist die Doppelnatur des Inhalts: Er ist einerseits ein eigenständiges Kulturprodukt, das Menschen aus eigenem Antrieb konsumieren und teilen wollen, und andererseits ein strategisches Marketinginstrument, das die Marke durch emotionale Assoziation, Wertekommunikation und Lifestyle-Inszenierung stärkt. Der entscheidende Unterschied zu klassischer Werbung liegt darin, dass bei Branded Entertainment nicht das Produkt im Mittelpunkt steht, sondern eine Geschichte, ein Thema oder ein Erlebnis, das zur Markenwelt passt. Die Marke agiert als Ermöglicher und Gastgeber des Erlebnisses, nicht als direkter Verkäufer. In einer Medienwelt, in der Werbeblocker, Streaming-Dienste ohne Werbung und wachsende Werbeblindheit klassische Werbeformate unter Druck setzen, gewinnt Branded Entertainment als Strategie erheblich an Bedeutung.

Erläuterung

Das bekannteste und am häufigsten zitierte Beispiel für erfolgreiches Branded Entertainment ist Red Bull: Das Unternehmen hat sich durch hochwertige Action-Sport-Dokumentationen, Live-Events wie den Stratos-Raumsprung von Felix Baumgartner, eigenständige Medienkanäle (Red Bull TV, Red Bull Media House) und ein umfangreiches Magazin- und Musikprogramm faktisch zu einem Medienunternehmen entwickelt, das nebenbei auch Energydrinks verkauft. Red Bull-Content wird von Menschen aus eigenem Antrieb konsumiert und geteilt, weil er genuinen Unterhaltungswert hat – die Markenassoziation mit Extremsport, Abenteuer und mentaler Grenzerfahrung entsteht organisch und ohne aufdringliche Werbebotschaften.

Ähnliche Ansätze verfolgen Marken wie Lego (Lego Movie und Lego-Serien), BMW (The Hire-Kurzfilmserie mit namhaften Regisseuren), Heineken (The Ride-Miniserie), GoPro (Athleten-Abenteuer-Dokumentationen als Produktwerbung) und Patagonia (Natur- und Umweltdokumentationen als Markenpositionierung für Nachhaltigkeit). In all diesen Fällen steht die Qualität des Inhalts im Vordergrund; die Marke profitiert durch Assoziation. Im digitalen Kontext setzen auch kleinere Marken und B2B-Unternehmen auf Branded-Entertainment-Ansätze: YouTube-Channels, die echten Bildungswert in der Branche liefern, Podcast-Reihen, die Branchenthemen vertiefen, oder LinkedIn-Videoserien mit Experten-Insights sind niedrigschwellige Varianten des Formats.

Strategische Vorteile und Abgrenzung zur klassischen Werbung

Erfolgsfaktoren und häufige Fehler

Praxistipp: Investieren Sie in Branded Entertainment nur dann, wenn Sie bereit sind, den Inhalt als eigenständiges Werk zu behandeln und echten Mehrwert für Ihre Zielgruppe zu schaffen. Halbherzige Markenfilme, die zu offensichtlich werblich sind, verfehlen ihr Ziel und verschwenden Budget. Beginnen Sie mit einem klar definierten Themenfeld, das zur Markenwelt passt und in dem Sie glaubwürdig Expertise oder Leidenschaft zeigen können – dann bauen Sie darauf systematisch ein Content-Universum auf.