Marketing Glossar

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Screencast

Definition: Ein Screencast ist eine digitale Videoaufzeichnung des Computerbildschirms, die in der Regel mit einem erklärenden Audiokommentar des Sprechers kombiniert wird. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „screen" (Bildschirm) und „broadcast" (Übertragung) zusammen und bezeichnet im weiteren Sinne jede Form der Bildschirmaufzeichnung, die als Video gespeichert und verbreitet wird. Im Online-Marketing und in der Unternehmenskommunikation werden Screencasts vor allem als Software-Tutorials, Produktdemonstrationen, Onboarding-Materialien und interne Schulungsvideos eingesetzt. Die Aufnahme erfasst dabei nicht nur statische Bildschirminhalte, sondern auch alle Mausbewegungen, Klicks, Eingaben und Programmwechsel in Echtzeit und macht so komplexe digitale Abläufe für den Zuschauer leicht nachvollziehbar. Im Gegensatz zu aufwendig produzierten Videoproduktionen benötigen Screencasts kein Kamerateam, keine Beleuchtung und keine Kulisse – ein Computer, ein Mikrofon und eine Aufnahmesoftware reichen aus, um professionell wirkende Lehrvideos zu erstellen. Dies macht Screencasts zur kosteneffizientesten Methode, Wissen über digitale Tools, Softwareprodukte und Online-Prozesse in visueller Form zu vermitteln. Besondere Verbreitung haben Screencasts im SaaS-Bereich (Software as a Service) gefunden, wo Nutzer häufig visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitungen benötigen, um neue Funktionen zu verstehen und produktiv einzusetzen. Darüber hinaus werden Screencasts im E-Learning, im Kundensupport, im Sales-Enablement und im Bereich der internen Wissenskommunikation genutzt. Die wachsende Popularität asynchroner Kommunikation in Remote-Teams hat die Nachfrage nach Screencasts als effizientes Ersatzformat für Meetings und Live-Präsentationen weiter gesteigert. Qualitativ hochwertige Screencasts zeichnen sich durch eine ruhige, klare Bildschirmführung, präzisen und gut artikulierten Audiokommentar sowie eine sinnvolle Nachbearbeitung aus, bei der Pausen, Versprecher und irrelevante Abschnitte herausgeschnitten werden.

Erläuterung

Screencasts werden mit spezialisierten Aufnahmetools erstellt, die je nach Einsatzzweck und Budget erheblich variieren. Professionelle Software wie Camtasia von TechSmith bietet neben der reinen Aufnahmefunktion auch umfangreiche Bearbeitungswerkzeuge, mit denen Zoom-Effekte, Callouts, Annotationen und Untertitel direkt in den Screencast integriert werden können. OBS Studio ist eine kostenlose Open-Source-Alternative, die besonders bei Entwicklern und technisch versierten Nutzern beliebt ist und neben Bildschirmaufnahmen auch Webcam-Overlays und Streaming-Funktionen unterstützt. Loom hat sich als bevorzugtes Tool für schnelle, asynchrone Screencasts im Unternehmensalltag etabliert, da es mit einem einzigen Klick Aufnahmen startet, diese automatisch in der Cloud speichert und sofort teilbare Links generiert. Für einfache Anwendungsfälle sind auch die integrierten Bildschirmrecorder von macOS (QuickTime) und Windows (Xbox Game Bar) geeignet, obwohl diese keine fortgeschrittenen Bearbeitungsfunktionen bieten. Die Qualität eines Screencasts wird massgeblich durch die Audioqualität bestimmt: Ein externes USB-Kondensatormikrofon für 50 bis 100 Euro macht einen deutlich hörbaren Unterschied gegenüber dem integrierten Laptop-Mikrofon und verleiht dem Screencast eine professionelle Anmutung. Für die Bildschirmauflösung empfiehlt sich mindestens Full HD (1920 × 1080 Pixel), um sicherzustellen, dass alle Bildschirmelemente klar erkennbar sind. Beim Einsatz in Marketing-Kontexten ist es sinnvoll, Screencasts in eine klare Dramaturgie einzubetten: Eine kurze Einführung, die das zu lösende Problem benennt, gefolgt von der eigentlichen Demonstration und einer abschliessenden Zusammenfassung der wichtigsten Schritte, erhöht die Behaltensrate beim Zuschauer erheblich. Die Länge eines Screencasts sollte konsequent auf das Notwendige begrenzt werden: Für die Erklärung einer einzelnen Funktion sind zwei bis fünf Minuten in der Regel ausreichend. Kürzere, thematisch fokussierte Videos lassen sich zudem leichter in einer Wissensdatenbank kategorisieren und wiederverwenden als stundenlange Generalüberblicke.

Einsatzgebiete von Screencasts im Marketing

Technische Qualitätskriterien für professionelle Screencasts

Praxistipp: Bereiten Sie Ihren Desktop vor der Aufnahme systematisch vor: Schliessen Sie alle nicht benötigten Tabs und Programme, stellen Sie die Taskleiste auf automatisches Ausblenden und aktivieren Sie den Nicht-stören-Modus, um Benachrichtigungen während der Aufnahme zu vermeiden. Zoomen Sie in die relevanten Bereiche des Bildschirms heran, damit Zuschauer wichtige Interface-Elemente klar erkennen können – besonders bei kleinen Schriften oder Icons. Halten Sie einzelne Screencasts konsequent unter zehn Minuten und strukturieren Sie umfangreichere Themen lieber als mehrteilige Serie, da kürzere Videos eine höhere Abschlussrate erzielen und in Wissensdatenbanken gezielter eingesetzt werden können.