Marketing Glossar

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Explore (GA4)

Definition: Explore ist der erweiterte Analysebereich in Google Analytics 4, der Analysten und Marketing-Teams tiefergehende und vollständig anpassbare Datenanalysen jenseits der vordefinierten Standardberichte ermöglicht. Der Bereich ist über die linke Navigation in GA4 zugänglich und beherbergt alle sogenannten Explorations – gespeicherte, individuelle Analyseinstanzen, die in verschiedenen Explorations-Typen erstellt werden können. Zu den verfügbaren Typen gehören die Freie Auswertung (Kreuztabellen), die Funnel-Exploration (Conversion-Trichter), die Pfadanalyse (Navigationspfade), die Kohorten-Exploration (Nutzergruppen-Vergleich), die Segmentüberschneidung (Venn-Diagramm-Analyse) und die Nutzer-Lifetime-Exploration (kumulativer Nutzerwert). Explore wurde mit GA4 eingeführt und ersetzt die benutzerdefinierten Berichte und die erweiterten Segmentierungsmöglichkeiten aus Universal Analytics. Im Vergleich zu den Standardberichten bietet Explore deutlich mehr Flexibilität bei der Auswahl von Dimensionen und Metriken, bei der Anwendung komplexer Segmente und bei der Wahl von Visualisierungsformen. Explore ist das mächtigste Analysewerkzeug innerhalb der GA4-Benutzeroberfläche und für jeden erfahrenen Analytics-Anwender ein unverzichtbarer Bestandteil des täglichen Arbeitens mit Daten. Für Analysen, die noch über die Möglichkeiten von Explore hinausgehen, steht der BigQuery-Export zur Verfügung, der Rohdaten für SQL-basierte Analysen bereitstellt.

Erläuterung

Der Explore-Bereich unterscheidet sich von den Standardberichten in GA4 in mehreren wesentlichen Punkten. In Standardberichten sind Dimensionen und Metriken weitgehend vorgegeben und können nur begrenzt angepasst werden. In Explore hingegen kann der Analyst aus einem Repertoire von mehr als 150 Dimensionen und Metriken frei wählen und diese beliebig kombinieren. Segmente – sowohl Nutzer- als auch Sitzungssegmente – können als Vergleichsgruppen hinzugefügt werden, was direkte A/B-Vergleiche zwischen Nutzergruppen ermöglicht.

Ein wichtiger Unterschied betrifft auch die Datenverarbeitung: In Standardberichten gelten stets die Property-weiten Einstellungen für Attributionsmodelle und Datenschwellenwerte. In Explore können einige dieser Einstellungen pro Analyse angepasst werden. Allerdings können in Explore, je nach Property-Konfiguration und Datenmenge, Datenschwellenwerte gelten, die bestimmte Kombinationen aus kleinen Datenpunkten aus Datenschutzgründen verbergen.

Explorations im Explore-Bereich sind personenbezogen: Jede Exploration gehört dem Nutzer, der sie erstellt hat, und ist standardmäßig nur für ihn sichtbar. Durch aktives Teilen werden Explorations für alle Property-Nutzer zugänglich. Explorations sind keine Live-Dashboards im eigentlichen Sinne – sie speichern die Konfiguration (Dimensionen, Metriken, Segmente, Zeitraum) und berechnen die Daten bei jedem Öffnen neu. Für regelmäßige Reporting-Dashboards, die automatisch aktualisiert werden sollen, ist Looker Studio (ehemals Google Data Studio) die geeignetere Plattform, da es GA4-Daten in Echtzeit abruft und in konfigurierten Dashboard-Layouts visualisiert.

Explore vs. Standardberichte: Entscheidungshilfe

Einstieg in Explore: Erste Schritte

Praxistipp: Erstellen Sie eine freie Exploration mit den Dimensionen Seitenname und Gerätekategorie sowie den Metriken Sitzungen, Engagement Rate und Conversions – das liefert auf einen Blick device-spezifische Content-Performance-Daten, die in Standardberichten nur mit mehreren Klicks erreichbar sind. Teilen Sie fertige Explorations mit Ihrem Team und dokumentieren Sie im Tab-Namen die analytische Frage, die die Exploration beantwortet (z. B. „Checkout-Abbrüche nach Gerät"). So wird der Explore-Bereich zur gemeinsamen Analysebibliothek Ihres Teams.