Marketing Glossar

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First-Party-Tracking

Definition: First-Party-Tracking bezeichnet die Erfassung, Speicherung und Auswertung von Nutzerdaten direkt durch den Betreiber einer Website oder mobilen App – also durch die sogenannte „First Party" – ohne den Einsatz externer Drittanbieter-Skripte oder -Dienste. Im Gegensatz zum Third-Party-Tracking, bei dem externe Unternehmen wie Werbenetzwerke oder Analysedienstleister Daten über den Nutzer sammeln, findet beim First-Party-Tracking die gesamte Datenerhebung unter der alleinigen Kontrolle des Websitebetreibers statt. Die dabei eingesetzten First-Party-Cookies oder anderen Speichermechanismen werden von der eigenen Domain des Betreibers gesetzt und sind ausschließlich auf dieser Domain gültig und sichtbar. First-Party-Tracking umfasst sowohl die klassische Nutzungsanalyse – Seitenaufrufe, Verweildauer, Absprungrate – als auch die Erfassung von Conversions, E-Commerce-Transaktionen und nutzerindividuellen Verhaltensdaten. In einer Zeit, in der Drittanbieter-Cookies in modernen Browsern zunehmend eingeschränkt oder blockiert werden und Datenschutzgesetze wie die DSGVO in Europa oder der CCPA in Kalifornien strenge Anforderungen an die Datenverarbeitung stellen, gewinnt First-Party-Tracking massiv an Bedeutung. Es gilt heute als der datenschutzkonformste und technisch stabilste Ansatz für die Webanalyse, da es weder auf Third-Party-Cookies noch auf domainübergreifendes Tracking angewiesen ist und die Datenhoheit vollständig beim Websitebetreiber verbleibt. Besonders im Kontext des bevorstehenden Endes der Third-Party-Cookies in allen gängigen Browsern entwickelt sich First-Party-Tracking von einer Best Practice zur einzigen nachhaltig tragfähigen Tracking-Strategie.

Erläuterung

Der Begriff „First Party" leitet sich aus der Vertragsbeziehungs-Perspektive ab: Der Websitebetreiber ist für den Nutzer die erste Vertragspartei, mit der er direkt interagiert. „Second Party" wäre ein direkter Geschäftspartner, etwa wenn zwei Unternehmen ihre Daten miteinander teilen. „Third Party" bezeichnet hingegen externe Dienste, die ohne direkte Beziehung zum Nutzer Daten erheben – klassische Beispiele sind Werbenetzwerke, Social-Media-Pixel oder externe Analytics-Anbieter, die ihren Tracking-Code auf fremden Websites einbetten.

Technisch setzt First-Party-Tracking auf Mechanismen, die ausschließlich von der eigenen Domain gesteuert werden. Das häufigste Instrument ist der First-Party-Cookie: ein kleines Datenelement, das der eigene Webserver oder das eigene JavaScript im Browser des Nutzers setzt. Modern aufgestellte Implementierungen nutzen dabei HTTP-Only-Cookies, die serverseitig gesetzt werden, da diese weniger anfällig für Browser-Beschränkungen wie Intelligent Tracking Prevention (ITP) von Safari sind. Safari etwa begrenzt die Lebensdauer von clientseitig (per JavaScript) gesetzten Cookies auf maximal sieben Tage – serverseitig gesetzte First-Party-Cookies sind davon in der Regel nicht betroffen, was ihre Persistenz erheblich verlängert.

Server-Side-Tracking ist eine besonders robuste Form des First-Party-Trackings: Anstatt Tracking-Code direkt im Browser des Nutzers auszuführen, werden Nutzerdaten zunächst an einen eigenen Server gesendet und von dort aus an Analytics-Dienste weitergeleitet. Ad-Blocker, die clientseitige Skripte blockieren, können den serverseitigen Request nicht unterbinden. Datenpunkte können zudem vor der Weiterleitung bereinigt oder anonymisiert werden. Und die Datenerhebung läuft zuverlässiger, weil sie nicht von Browser-Einschränkungen abhängt. Typische Implementierungen nutzen dabei Google Tag Manager Server-Side, den Meta Conversions API oder eigenentwickelte Proxy-Endpunkte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Consent Management: First-Party-Tracking ist zwar datenschutzfreundlicher als Third-Party-Tracking, entbindet den Betreiber jedoch nicht automatisch von der Pflicht zur Einholung einer Einwilligung. In der EU gilt die DSGVO in Verbindung mit dem TTDSG: Auch First-Party-Cookies, die nicht technisch notwendig sind – also etwa Analyse-Cookies – bedürfen grundsätzlich der aktiven Einwilligung des Nutzers. Technisch notwendige Cookies, die z. B. den Warenkorb oder den Login-Status speichern, sind davon ausgenommen.

Für Unternehmen mit eingeloggten Nutzern eröffnet sich durch Authenticated Tracking eine besonders wertvolle Form des First-Party-Trackings: Sobald ein Nutzer angemeldet ist, kann er über seine eindeutige User-ID identifiziert werden – gerätübergreifend und vollständig unabhängig von Cookies. Diese Daten sind besonders hochwertig, da sie eine lückenlose Customer Journey über alle Touchpoints hinweg ermöglichen und weder durch Browser-Einschränkungen noch durch Gerätewechsel fragmentiert werden.

Methoden und Technologien des First-Party-Trackings

Vorteile des First-Party-Trackings gegenüber Third-Party-Tracking

Praxistipp: Migrieren Sie Ihr Tracking-Setup schrittweise zu einer First-Party-Infrastruktur: Beginnen Sie mit der serverseitigen Implementierung Ihrer wichtigsten Conversion-Events über die jeweiligen Server-to-Server-APIs (z. B. Meta Conversions API, Google Ads Enhanced Conversions). Nutzen Sie Google Tag Manager Server-Side als zentrale Datendrehscheibe auf einer eigenen Subdomain. So sind Sie nicht nur besser gegen Browser-Restriktionen gewappnet, sondern können Daten auch vor der Weiterleitung datenschutzgerecht aufbereiten – etwa durch das Entfernen von IP-Adressen oder das Hashen von E-Mail-Adressen.