Marketing Glossar

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Purchase Probability

Definition: Purchase Probability (Kaufwahrscheinlichkeit) ist eine Predictive Metric in Google Analytics 4, die mithilfe von Machine-Learning-Modellen schätzt, mit welcher statistischen Wahrscheinlichkeit ein in den letzten 28 Tagen aktiver Nutzer innerhalb der nächsten sieben Tage ein "purchase"-Ereignis auf der Website oder in der App auslösen wird. Der Wert wird als Wahrscheinlichkeits-Score zwischen 0 und 1 (bzw. 0 und 100 %) ausgedrückt und täglich für jeden bekannten Nutzer der GA4-Property neu berechnet. Purchase Probability ist eine der drei GA4-Predictive Metrics und bildet zusammen mit Churn Probability und Predicted Revenue das maschinell lernende Prognosesystem von GA4. Sie erlaubt es, Nutzer nicht nach ihrem vergangenen Verhalten, sondern nach ihrer zukünftigen Kaufintention zu segmentieren und gezielt anzusprechen. Dies ist ein Paradigmenwechsel gegenüber klassischem Remarketing, das immer nur auf bereits eingetretene Ereignisse reagieren kann: Purchase Probability ermöglicht es, die Kaufentscheidung aktiv zu beeinflussen, bevor sie getroffen wird. Für E-Commerce-Betreiber ist Purchase Probability eine der wertvollsten Metriken überhaupt, da sie die Grundlage für hocheffiziente, kostenoptimierte Remarketing-Kampagnen bildet, die Budget gezielt dort einsetzen, wo die Erfolgswahrscheinlichkeit am höchsten ist.

Erläuterung

Das Machine-Learning-Modell, das Purchase Probability berechnet, wird spezifisch für jede GA4-Property trainiert. Es analysiert Hunderte von Signalen aus den Verhaltensdaten der Nutzer: welche Seiten besucht wurden und in welcher Reihenfolge, wie viele Produkte angesehen wurden, ob der Nutzer den Warenkorb geöffnet hat, wie lange er auf Produktseiten verweilte, von welchem Gerät er surfte, über welchen Kanal er erstmals zur Website kam und viele weitere verhaltensbasierte Features. Das Modell vergleicht das aktuelle Verhaltensmuster eines Nutzers mit den historischen Mustern aller Nutzer, die gekauft haben, und berechnet die Ähnlichkeit. Ein Nutzer, der dasselbe Browsing-Muster wie typische Käufer zeigt, erhält eine hohe Purchase Probability. Die technische Voraussetzung für die Aktivierung der Metric ist, dass in den letzten 28 Tagen mindestens 1.000 eindeutige Nutzer das "purchase"-Ereignis ausgelöst haben müssen und mindestens 1.000 weitere Nutzer aktiv waren, ohne zu kaufen – dies ermöglicht dem Modell, die Unterschiede zwischen Käufern und Nicht-Käufern zu lernen. Bei kleinen E-Commerce-Shops mit weniger als 1.000 monatlichen Transaktionen steht Purchase Probability möglicherweise nicht zur Verfügung. In GA4-Berichten und Explorationen ist Purchase Probability als Metrik verfügbar und kann mit Dimensionen wie Kanal, Kampagne, Gerätetyp oder demografischen Merkmalen kombiniert werden. Die wichtigste praktische Anwendung ist der Einsatz im Audience Builder: Durch Definition einer Audience "Purchase Probability im obersten Quintil" (d. h. die 20 % der Nutzer mit der höchsten Kaufwahrscheinlichkeit) und Export dieser Audience nach Google Ads lässt sich eine hochpräzise Remarketing-Zielgruppe aufbauen, die mit personalisierter Werbung bespielt werden kann. Ergänzt durch den vorhergesagten Umsatz (Predicted Revenue) lässt sich die Priorität zwischen zwei Nutzern mit ähnlicher Kaufwahrscheinlichkeit weiter differenzieren: Wer voraussichtlich mehr ausgibt, erhält einen höheren Gebotsbonus.

Faktoren, die Purchase Probability beeinflussen

Purchase Probability im Remarketing-Workflow

Praxistipp: Erstellen Sie in GA4 eine Predictive Audience für die 20 % der Nutzer mit der höchsten Purchase Probability und exportieren Sie diese nach Google Ads. Richten Sie dort eine dedizierte Remarketing-Kampagne mit höheren CPCs und spezifischen Anzeigentexten ein, die auf die Kaufabsicht eingehen – etwa "Jetzt sichern" oder "Nur noch wenige verfügbar". Messen Sie die Conversion Rate dieser Kampagne im Vergleich zu Ihrer allgemeinen Remarketing-Kampagne. Optimieren Sie monatlich den Probability-Schwellenwert: Ein zu hoher Schwellenwert liefert eine zu kleine Audience, ein zu niedriger Schwellenwert verwässert die Zielgruppe. Der ideale Wert liegt typischerweise im Bereich 60–80 % Purchase Probability.