Marketing Glossar

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Third-Party-Tracking

Definition: Third-Party-Tracking bezeichnet die Erfassung, Speicherung und Nutzung von Nutzerdaten durch externe Drittanbieter-Dienste, bei denen Cookies, Tracking-Pixel oder andere Identifikatoren nicht von der Domain gesetzt werden, die der Nutzer gerade besucht, sondern von einer fremden Domain eines dritten Unternehmens. Das klassische Instrument des Third-Party-Trackings ist der Third-Party-Cookie: Wenn eine Werbeanzeige von einem Werbenetzwerk wie Googles Display-Netzwerk oder dem Meta Audience Network auf einer Website eingebettet ist, kann der Werbenetzwerk-Server einen Cookie auf der Domain des Werbenetzwerks setzen – nicht auf der besuchten Website-Domain. Dieser Cookie ermöglicht es dem Werbenetzwerk, denselben Nutzer auf Tausenden von Websites wiederzuerkennen, sein Surfverhalten zu protokollieren und detaillierte Interessenprofile aufzubauen, die für zielgerichtete Werbung genutzt werden. Third-Party-Tracking war über zwei Jahrzehnte das technische Fundament des programmatischen Online-Advertisings und ermöglichte Funktionen wie seitenübergreifendes Retargeting, Frequency-Capping (Begrenzung der Häufigkeit, mit der ein Nutzer eine Anzeige sieht), Cross-Publisher-Attribution und Lookalike Audiences. Diese Fähigkeiten sind zunehmend durch regulatorische und technische Entwicklungen eingeschränkt: Browser wie Safari (Intelligent Tracking Prevention seit 2017) und Firefox blockieren Third-Party-Cookies standardmäßig, die DSGVO verlangt eine explizite und informierte Einwilligung für Third-Party-Tracking, und auch Google hat nach mehrfachen Verschiebungen Einschränkungen für Third-Party-Cookies in Chrome angekündigt.

Erläuterung

Das Konzept des Third-Party-Trackings lässt sich am Beispiel eines Retargeting-Pixels veranschaulichen: Ein Online-Shop bettet auf seiner Produktseite ein unsichtbares Pixel des Meta-Werbenetzwerks ein. Wenn ein Nutzer diese Produktseite besucht, lädt sein Browser das Pixel von Meta's Servern und Meta setzt einen Cookie auf der Domain „facebook.com". Besucht derselbe Nutzer später eine andere Website, die ebenfalls Meta-Pixel eingebettet hat, erkennt Meta den Nutzer über den Cookie und kann ihm auf dieser anderen Website oder in den Facebook/Instagram-Apps gezielte Werbung für das zuvor betrachtete Produkt zeigen.

Dieses System ermöglichte lange eine sehr präzise Zielgruppenansprache, steht aber in direktem Konflikt mit dem Grundsatz der informationellen Selbstbestimmung: Nutzer haben keine Kontrolle darüber, welche Informationen über sie gesammelt werden, und sind sich häufig nicht bewusst, dass ihr Surfverhalten von Werbenetzwerken über viele Websites hinweg protokolliert wird. Die DSGVO und die ePrivacy-Richtlinie verlangen in Europa, dass Nutzer vor dem Setzen nicht notwendiger Cookies aktiv einwilligen – was praktisch das Ende des unkontrollierten Third-Party-Trackings in der EU bedeutet.

Die technische Erosion des Third-Party-Trackings schreitet parallel zur regulatorischen Einschränkung voran: Apples ITP (Intelligent Tracking Prevention) in Safari limitiert bereits seit 2017 die Lebensdauer von Third-Party-Cookies auf 24 Stunden, Firefox blockt sie standardmäßig, und Chrome, der meistgenutzte Browser weltweit, hat angekündigt, Third-Party-Cookies schrittweise zu reduzieren und durch datenschutzfreundlichere Alternativen zu ersetzen.

Technische Alternativen zum Third-Party-Tracking

Auswirkungen auf Marketing-Praxis und Attribution

Praxistipp: Investieren Sie jetzt in den Aufbau einer First-Party-Datenstrategie, bevor der Wegfall von Third-Party-Cookies Ihre Targeting-Möglichkeiten drastisch reduziert. Implementieren Sie Login-Systeme oder Newsletter-Opt-ins, die Ihnen erlauben, Nutzer auf Ihrer eigenen Domain zu identifizieren. Kombinieren Sie dies mit Server-Side-Tracking für Conversion-Events und nutzen Sie Customer-Match-Funktionen der Werbeplattformen, um Ihre CRM-Daten für Targeting zu aktivieren, ohne auf Third-Party-Cookies angewiesen zu sein.